Wer sind die „Ungeimpften“?

0
202

Selten habe ich erlebt, dass über eine Gruppe Menschen so einseitig gesprochen wurde. Da ich schon aus beruflichen Gründen mit sehr vielen Menschen zu tun habe und darunter auch noch (immer weniger) „Ungeimpfte“ sich befinden, möchte ich von meinen Erfahrungen berichten.

In meiner Praxis biete ich seit der Anfangszeit eine individuelle Impfberatung an und begleite auch Menschen mit Impfreaktionen. Gerade Menschen, die sich intensiv mit dem Impfen auseinander setzen, gehen sehr bewusst damit um, ob sie sich für oder gegen eine Impfung bei sich selbst oder bei ihren Kindern entscheiden. Übrigens, wer jetzt denkt, dass eine Impfberatung in einer Heilpraktikerpraxis immer gegen eine Impfung ausgeht, irrt sich. Wichtig ist mir nur, dass die- oder derjenige sich bewusst entscheiden, denn es kann immer eine Impfung aber auch die Krankheit schief gehen.

Als „Ungeimpfte“ werden zur Zeit Menschen bezeichnet, die sich gegen einen der bedingt zugelassenen mRNA- oder Vektorimpfstoff gegen Covid („Notzulassung“) entscheiden.

Doch wer sind diese Menschen?

  1. Menschen, die darauf warten, als „Genesene“ anerkannt zu werden. Sie haben Antikörper nach einer überstandenen Covid-Infektion gebildet. Doch in Deutschland ist eine „natürliche Immunität“ trotz Widerstand vieler Wissenschaftler nicht anerkannt. Als „Genesene“ gelten Menschen nur sechs Monate nach positiven PCR-Test, dann müssen sie sich impfen lassen.
  2. Menschen, die auf die Zulassung eines Totimpfstoffes warten, weil ihnen die neuen Impfstoffe (mRNA, Vektor) besonders in ihren möglichen Langzeitnebenwirkungen zu unsicher sind. Zu den Totimpfstoffen zählen unter anderen der chinesische Impfstoff Sinovac (noch keine EU-Zulassung) und ein Impfstoff der französischen Pharmafirma Valneva, der, wenn alles gut geht, Ende des Jahres zugelassen wird. Die Totimpfstoffe funktionieren ähnlich wie herkömmliche Impfstoffe, nämlich auf Basis von inaktivierten Corona-Viren.
  3. Menschen, die sich und ihre Kinder aus Überzeugung gegen (fast) keine Krankheiten impfen lassen.
  4. Menschen, die selbst oder Familienmitglieder mit schweren Impfkomplikationen zu kämpfen hatten. Gerade für diesen Personenkreis ist die Entscheidung immer schwierig, da das Immunsystem anders auf Impfstoffe und auf Krankheiten reagieren kann, aber nicht jedes mal muss. Für sie heißt es, immer wieder neu abzuwägen, was ist gerade risikoreicher, die Impfung oder sich mit der Krankheit anzustecken. Welche Vorbeugung einer Ansteckung gibt es? Welche Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit? Wie groß ist die Gefahr für ihr Kind oder sie selbst?

Zu der letzten Gruppe gehöre ich. Und ich gebe zu, dass ich ein wenig erleichtert bin, die Entscheidung für oder gegen eine Impfung nur noch für mich fällen zu müssen und nicht mehr für meine heute 20 Jahre jung gewordene Tochter. Ihr Vater und ich haben uns die Entscheidung nie einfach gemacht. Heute geht sie ihren eigenen Weg, entscheidet sich sehr bewusst für oder gegen eine Impfung.

Bisher habe ich noch keine Menschen getroffen, die „zu bequem“ waren, sich um eine Impfung gegen Covid zu bemühen oder die davon ausgehen, dass Covid keine Gefahr für sie ist. Oder die sich nicht impfen lassen, weil sie grad im Clinch mit der Politik liegen.

Viele Menschen haben aber Probleme mit den sozialen Konsequenzen ihrer Entscheidung gegen eine Impfung, mit den Vorurteilen und Diskussionen im Freundes- und Bekanntenkreis, verstehen viele Politiker nicht mehr, kämpfen mit der einseitigen Berichterstattung der Medien (und das ist noch nett formuliert) und ab Oktober kommt dann noch der finanzielle Aspekt dazu.

Für mich habe ich meine Entscheidung schweren Herzens getroffen und mich zurückgezogen. Mein Ehrenamt als Pressewart des TV Laboe habe ich aufgrund der politischen Entscheidungen im Umgang mit „Ungeimpften“ und der Maskenpflicht abgegeben. Mit den Einschränkungen hätte ich den Pressewart nicht so mit Leben füllen können, wie mein Anspruch wäre es zu tun. Meine Übungsleitertätigkeit im Kindersport pausiert, bis es wieder ohne Test möglich ist, die Sporthalle zu betreten.

Ich glaube fest daran, dass wir wieder zu einen respektvollen sowie freundlichen Miteinander voller Achtung zurückkehren werden,

Ihre Ute Winkler