Verschiedene Schmerzen bei einer ISG-Blockade

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ISG ist die Abkürzung für Iliosakralgelenk und wird auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt. Es zählt zu den Scheibengelenken und verbindet das Becken mit der Wirbelsäule. Durch mehrere starke Bänder hat das Gelenk nur einen geringen Spielraum.

Wenn es blockiert ist, sorgt es bei den meisten Menschen für vielfältige, teils sehr starke Schmerzen im unteren Rückenbereich, welche in die Beine ausstrahlen oder in die Leiste ziehen können. Durch die verschobene Statik haben manche Betroffene auch Beschwerden in den Knien. Bei der Untersuchung zeigt sich oft ein „scheinbarer Beckenschiefstand mit Beinlängendifferenz“. Scheinbar deswegen, weil er nach der Behandlung nicht mehr da ist.

In meiner Praxis haben Patienten über Kopfschmerzen und sogar über Verstopfung berichtet, die mit der Entblockierung des ISG verschwanden.

Es ist für mich wichtig, Beschwerden im Rückenbereich nicht isoliert zu betrachten. Denn wenn eine ISG-Blockade vorliegt, können zwar Schulter-Nacken-Verspannungen gelockert bzw. Blockaden im oberen Wirbelsäulenbereich behoben werden, aber sie kommen schnell wieder zurück, weil die Ursache viel tiefer im Beckenbereich liegt.

Um Blockaden aufzulösen, nutze ich die sanfte und (meistens) schmerzfreie Dorn-Therapie. Muskeln lockere ich mit tiefer Bindegewebsmassage. Eigenübungen für Zuhause, welche im Idealfall zweimal täglich durchgeführt werden, runden das Therapiekonzept ab. Die Übungen sind leicht erlernbar und nehmen nur wenige Minuten täglich im Anspruch. Für einen gezielten Muskelaufbau empfehle ich bei Bedarf zusätzlich Physiotherapie oder Fitnesscenter mit guter Trainerbetreuung.

Eine Beobachtung für Reiter: Wenn das Pferd immer wieder zu ISG- und Lendenwirbelsäulenblockaden neigt oder einseitig nicht zu reiten ist, lohnt sich eine Untersuchung, ob der Reiter nicht eine ISG-Blockade hat.