Individuelle Impfberatung

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In meiner Praxis biete ich eine individuelle Impfberatung an. Dabei helfe ich meinen Patienten herauszufinden, ob sie sich für oder gegen eine Impfung von sich selbst oder ihren Kindern entscheiden.

Gemeinsam gehen wir folgende Fragen durch:

  1. Was wissen wir über die Krankheit? Welche Symptome gibt es, welche Komplikationen?
  2. Was wissen wir über die Impfung? Schützen wir nur uns oder auch zusätzlich unsere Mitmenschen mit der Impfung? Sind Nebenwirkungen der Impfung bekannt?
  3. Welche individuellen Risiken für eine Erkrankung/ Impfung gibt es? Diese Frage ist besonders bei Vorerkrankungen wichtig oder wenn es im Vorfeld schon Reaktionen auf Impfungen gab.

Seit der Corona-Impfung kommt noch eine Frage im Vorfeld der Überlegungen hinzu:

4. Gibt es einen sozialen Druck zur Impfung und falls ja, wie gut kommt die- oder derjenige damit zurecht?

Wenn die Entscheidung gefallen ist, gehört für mich zur Beratung auch dazu:

5. Entscheidung für die Impfung: Wie gesund sollte der- oder diejenige vor der Impfung sein? (keine Erkältungen, kein Fieber, möglichst keinen Aufenthalt im vollen Wartezimmer der Arztpraxis) Welche Möglichkeiten der Impfbegleitung sind geeignet? Tipps zum richtigen Verhalten nach der Impfung runden das Gespräch ab.

6. Entscheidung gegen die Impfung: Was passiert bei Erkrankung? Zum Beispiel bei Grippe: wer kocht, betreut die Kinder, wenn die Eltern mit hohem Fieber im Bett liegen? Netzwerke bilden, die Hausapotheke im Vorfeld auffüllen.

Nach der Beratung haben einige Patienten überrascht festgestellt, dass die Entscheidung immer noch schwer ist und ich nicht abgeraten habe, sondern wir ergebnisoffen diskutiert haben.

In den meisten Fällen gehen Krankheiten und Impfungen gut aus, wenn es aber Schwierigkeiten gibt, es ist wichtig, dass Sie sich in den Spiegel sehen können und sagen: „Ich habe es nach besten Gewissen entschieden“ und nicht aus Druck oder Angst oder „weil man es eben so macht“.

Es gibt nur wenige Familien mit schweren Impfnebenwirkungen, die eigentlich überhaupt nicht geimpft werden sollten. In diesen Familien verlaufen aber oft auch die Krankheiten heftiger, da das Immunsystem „anders funktioniert“. Hier ist es noch schwerer für die Betroffenen zu entscheiden, ob sie sich oder ihre Kinder impfen lassen.
Eine Möglichkeit wäre, die Ansteckungsgefahr zu minimieren, wenn z. B. die Kindergärten und Schulen die betroffenen Kinder sofort nach Hause schicken, falls ein anderes Kind an Masern erkrankt.

Und ja – soviel sei an dieser Stelle verraten, in sehr seltenen Fällen spreche ich mit Begründung meine Bedenken gegen eine Impfung oder einen Zeitpunkt der Impfung aus (ca. 20 Mal in über 15 Jahren).

Das war er schon, ein kleiner Einblick, was ich in meiner Praxis unter individueller Impfberatung verstehe.