Die Schuldfrage hilft uns nicht – wir können aber gemeinsam aktiv werden

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Ratlos sehe ich auf die Nachrichten und frage mich, wann wir wirklich gemeinsam anfangen, eine Lösung für unser derzeitiges Problem zu suchen. Im Moment läuft es unter den Namen „Corona-Pandemie“, dabei umfasst es soviel mehr.

Zur Zeit gibt es in der Politik und Medien nur eine Gruppe, die schuldig sind, dass es immer schlimmer wird und nicht vorwärts geht. Es sind die „Ungeimpften“. Wenn es einen positiven Test gibt, ist er auf jeden Fall unschuldig, wenn er geimpft ist, mit der Impfung hat er ja alles versucht. Für die Menschen, die in seiner Umgebung ungeimpft sind, beginnt ein Spießrutenlauf, egal ob positiv oder negativ getestet. Doch hilft es uns wirklich, wenn wir pauschal den „Ungeimpften“ an der derzeitigen Situation die Schuld geben? Wäre wirklich eine Impfpflicht die Lösung? Schließlich steigen auch die Zahlen in Ländern mit hohen Impfquoten. Oder brauchen wir dann einen neuen Schuldigen?

Immer wieder in meinen Leben habe ich lernen dürfen/ müssen, dass es leicht ist, jemand anderen für die eigene Misere die Schuld zu geben. ABER es hilft nicht weiter. Vielleicht fühlen wir uns besser, haben ein Ventil für unsere Wut, unsere Verzweiflung, unsere Ängste. Vielleicht haben wir für uns einen Grund gefunden, warum das alles passiert. Können auf diese Gruppe oder den Menschen unseren Frust abladen, im schlimmsten Fall ihn ächten und verfolgen. Aber es bringt keine Lösung.

Doch was können wir tun?

  1. Tief durchatmen. Innehalten. Und dann gemeinsam aufeinander zugehen, gemeinsam schauen, was jeder einzelne tun kann. Die Politik hat genügend Hausaufgaben und muss sich eh erstmal zusammenraufen. Es liegt an uns allen, dass wir gemeinsam eine Lösung finden.
  2. Unser Immunsystem trainieren. Frische Luft, gesundes Essen, ausreichend Schlaf, gemeinsam lachen (und auch mal weinen), Sport treiben, mit Achtung, Demut und Respekt unseren Mitmenschen, Tieren und Pflanzen begegnen. Ach ja, und die Hygiene nicht vergessen. Ein liebevolles Miteinander stärkt unser Immunsystem.
  3. Wer krank ist, bleibt Zuhause. Aber die Betroffenen werden umsorgt, zum Beispiel mit guten Essen (Hühnerbrühe, Obst, Gemüse, Tee…). Da es Großfamilien kaum noch gibt, schließt euch zusammen. Sorgt für einander. Schaut auf euch.
  4. Zwei Tage sollten alle zum Beispiel beschwerdefrei nach einen Magen-Darm-Infekt sein, bevor es mit dem Alltag losgeht, so können wir das Weitertragen von Brechdurchfall eindämmen.
  5. Höchstens zweimal am Tag Nachrichten konsumieren. Lieber gute Literatur lesen, Musik hören.
  6. Schöne Erlebnisse/ Nachrichten unbedingt weitererzählen. Es gibt auch jetzt Schönes auf unserer Welt, kleine und große Wunder passieren. Wenn wir diese verbreiten, stärken wir das Positive in uns allen. Gute Nachrichten lassen auch unser Immunsystem stärker werden. Angst und schlechte Nachrichten dagegen, das ist wissenschaftlich erwiesen, schwächen es.
  7. Jeder Berufsgruppe mit Wohlwollen und Respekt begegnen.
  8. Mit einem Lächeln oder einen Gruß unsere Mitmenschen begrüßen, egal ob es der Nachbar, die Kassiererin, Busfahrer oder, oder, oder sind. Am Anfang ist es vielleicht ungewohnt, aber wenn wir uns in die Augen schauen und lächeln, steigt auch unser „Gute-Laune-Barometer“.
  9. Zeit für uns einplanen und wenn es fünf Minuten täglich sind. Vielleicht schafft es sogar jemand, Langeweile zu haben. Nur mit Langeweile kann sich unsere Seele darauf besinnen, was es gerne tun würde.
  10. Gemeinsam Zeit verbringen und feiern? Jetzt? Mit den Zahlen? Wenn Menschen mit Vorerkrankungen oder starken Ängsten dabei sind, können alle vorher einen Covid-Selbsttest machen. Ansonsten gibt es noch viele Virusinfekte, die schwer verlaufen können. Deswegen ist die beste Vorsichtsmaßnahme, meiner Meinung nach, wer einen Infekt hat, bleibt Zuhause. Und die gemeinsame Zeit wird nachgeholt.

Und die Politik und Wirtschaft? Ich fasse mal beides zusammen, weil mir oft nicht klar ist, wer für was zuständig ist. Und mein Ausflug in BWL war nur bedingt hilfreich. Mein Kopf kann halt andere Sachen, BWL war und ist für mich schwierig.

  1. Aufhören mit der Schuldsuche.
  2. Angemessene Bezahlung und Arbeitszeitbegrenzung aller Berufe: Ob Pfleger, Krankenschwestern, Erzieher, Reinigungskräfte…..gerade die schlecht bezahlten Berufsgruppen, gehören zu denen, die besonderes Engagement und viel körperliche sowie mentale Kraft erfordern. Wenn eine ordentliche Entlohnung erfolgt, sind auch mehr Menschen bereit in den Berufen zu arbeiten. Damit können die vorhandenen Plätze auf den Intensivstationen aktiviert werden, welche grad wegen Personalmangel geschlossen sind.
  3. Alle geltenden Verordnungen während der Corona-Pandemie von einen unabhängigen Expertengremium überprüfen und neu auf ihren Nutzen bewerten lassen. Die Ergebnisse werden an die politischen Entscheidungsträger weitergegeben. In diese Gruppe gehören neben Virologen, Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen, Krankenschwestern, Altenpfleger, Pathologen, Psychologen, Menschen, die sich auf Statistik, Wirtschaft spezialisiert haben, Lehrer, Erzieher, Eltern, Alleinerziehende, ehrenamtlich Engagierte aus Vereinen, Künstler, Musiker … Es wäre auch schön, wenn Kinder und Jugendliche gehört werden in diesem Gremium. Nur so ist es möglich, dass nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbei entschieden wird, wie es zur Zeit passiert.

Es war jetzt ein langer Text. Und ich könnte immer weiterschreiben. Wer bis hierhin durchgehalten hat, vielen Dank fürs Lesen.

Versucht miteinander einen Ausweg zu finden. Nur gemeinsam können wir es schaffen, unser vielfältiges und freieres Leben zurückzuerobern. Ein Leben miteinander,

Ihre Ute Winkler